Performances

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An dieser Stelle befindet sich ein Bild, dass durch Anklicken zu der Beschreibung der Performance Living-Identity führt.   An dieser Stelle befindet sich ein Bild, dass durch Anklicken zu der Beschreibung der Performance Aktion-Re-Aktion führt. Das Bild zeigt zwei Frauen vor einer weißen gemauerten Wand. Sie stehen dicht voreinender, schauen sich wortlos an. Die eine Frau öffnet der anderen mit einer Hand den Mund.  
   

 

 

 

Living [ _ ] Identity

 

Bremen, September 2004

In einem Käfig den Alltag verbringen. Das Gitter hat die Form einer menschlichen Figur. Kopf, Gesicht, Rumpf, Arme, Beine, Hände, Finger, Füße.

Mein Körper muss sich in dieser vorgegebenen Form zurechtfinden und unterliegt den teilweise schmerzhaften

  Portrait: Gesicht hinter Gitter.   In der Straßenbahn. Steifes Sitzen. Versuch, den Kopf zu drehen. Die Nase wird dabei eingeklemmt.
Behinderungen des starren Metallkäfigs, der kaum Bewegung zulässt. Somit wird jede Bewegung zwangsläufig zu einem Sich-winden, Sich-wehren, zu einem Befreiungsversuch, der gegen das Gefängnis anarbeitet.

Der Draht verformt sich durch die ständige wehrhafte Bewegung: Wo er sich an einer Stelle etwas weitet, klemmt er den Körper an anderer Stelle ein und bohrt sich dort, wo Risse entstehen, hinein und verursacht Verletzungen.

Diese Haut aus Draht behindert mich nicht nur in meiner Bewegung. Mein ganzes soziales Leben wird eingeschränkt und in sehr statische Bahnen geleitet: Körpersprache, in all ihrer Feinheit und Individualität, wird reduziert und statisch. Mimik wird unter dem vorgeformten Gittergesicht schwer lesbar. Mein Gesicht wird quasi gerastert. Selbst Kleidung, Darstellungs- und Ausdrucksmittel, wird von dem Gitter überdeckt und so an den Körper gedrückt und verformt, dass sie als solches nicht mehr funktioniert.

  In einer Telefonzelle telefonieren.
An einem Brunnen stehen und ins Wasser schauen. Die Sonne scheint warm.Ich werde nur noch durch die Gitterfigur wahrgenommen, und das bestimmt meine gesamte Kommunikation, den gesamten sozialen Austausch. Ich bin nicht ich, bzw. was ich sein möchte, sondern die Person in DEM Gitter, in eben jener Figur, jener Form. Bestenfalls geht die Wahrnehmung so weit, dass ich die Person bin, die sich in dem Gitter bewegt, darunter leidet oder dagegen ankämpft. Andere Identitätskonstruktionen sind aber nicht möglich - wer oder was immer ich bin, ich bin es immer in Abhängigkeit meines Käfigs.
             
  Cafe´szene. An den Handgelenken ist der Draht teilweise ein wenig aufgerissen. Die Finger sind zum Teil eingeklemmt, versuchen sich der Form des Gitters anzupassen, um eine schmerzfreie Ruheposition zu finden. Die Sonne scheint warm durchs Fenster. Auf dem Tisch steht eine Tasse Kaffee, mit Keks und Strohhalm. Ich rauche eine Ziggarette durch das Gitter vor meinem Gesicht.   An einem Verkaufstresen. Die vom Draht umgebenen Hände öffnen behutsam ein Portemonnaie. An vielen Stellen stehen kleine, spitze Drahtenden hervor.
 
Fotos: Andrea Piok
         
             
           

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Aktion - RE - Aktion

Ottersberg, November 1998, ca. 45 Minuten
mit: Luzia Maurer und Geraldine Endrizzi

      An dieser Stelle befindet sich ein Bild. Es zeigt den Beginn der Performance Aktion-Re-Aktion: Zwei Frauen vor einer weißen gemauerten Wand. Sie stehen dicht voreinander, schauen sich wortlos an.
Person A begeht eine Handlung h1 mit bzw. an Person B. B wiederholt diese an A und begeht an/mit A eine neue Handlung h2. Letztere (h2) wird wiederum von A an B wiederholt und eine neue Handlung h3 kommt ins Spiel...
An dieser Stelle befindet sich ein Bild von der Performance Aktion-Re-Aktion. Die eine Person steht bewegungslos da, den Blick starr und konzentriert geradeaus gerichtet. Die andere Person geht mit langsamen, festen Schritten um sie herum, den Blick fest auf sie gerichtet.          
  Die Aktion war nicht vorbereitet, die Handlungen entstanden spontan.  
  Die Performancepartnerinnen kannten sich vorher nicht. "Spielregeln" oder Grenzen gab es nicht, außer dass die Handlungen jeweils an der Person durchzuführen waren und dass die jeweils letzte Sequenz wiederholt werden sollte. Das Ende war weder inhaltlich noch zeitlich festgelegt. Es gab lediglich die Möglichkeit, z.B. einfach zu gehen.
  Der Handlungsverlauf bekam einen abgehackten Charakter, da er sequenzweise wiederholt, also auch immer wieder unterbrochen wurde, und in diesen Momenten nahmen die beiden Protagonistinnen wieder die jeweils letzte Ausgangsposition ein. Handeln und geschehenlassen. Die Handlungen der beiden Personen nahmen auf diese Weise stets Bezug aufeinander. Aus den Handlungsbögen zweier Personen wurde ein gemeinsamer Handlungsbogen. Teils vorsichtig, zögernd, teils zärtlich, teils aggressiv gegeneinander gerichtet - aber nie allein.
           
         
Auch hier befinden sich Bilder von der Performance Aktion-Re-Aktion. Die beiden Frauen packen sich gegenseitig mit beiden Händen fest am Genick und versuchen jeweils die andere herumzuschleudern.
Die beiden werfen sich gegenseitig zu Boden: erst die eine die andere, dann die andere die eine.
Bild: Auf dem Rücken liegend an beiden Händen über den Boden hinter ihr her gezogen werden.
     
           
           
       
   
Bild: Hemd ausziehen Bild: Wieder auf dem Rücken am Boden liegen. Die, die oben drauf sitzt, schliesst ihr mit einer Geste die Augen. Bild: Auf dem Rücken liegen, Arme und Beine von sich gestreckt. Die andere steht darüber, beugt sich herab. Mit ausgestrecktem Arm hält sie mit dem Zeigefinger auf der Stirn der liegenden deren Kopf am Boden.
   
     
           

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